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Porträt: Tannheimer Hütte

Uriger Stützpunkt für zünftige Bergsteiger

Die Tannheimer Hütte wurde schon 1886 erbaut.

 

Umrahmt von der Kletterbergen Rote Flüh, Gimpel und Köllenspitze liegt die Tannheimer Hütte in schöner Lage hoch über Nesselwängle. Erbaut wurde sie 1886 von Notar Dr. Wilhelm Schweighofer, der sie aber kaum nutzen konnte. Bergfreunde aus Kempten entdeckten das kleine Hüttlein und erfuhren, dass es zu haben war. Die Alpenvereins-Sektion Allgäu-Kempten griff zu.

Für 800 Mark wurde die Hütte erworben und etwas für den gleichen Betrag ausgebaut. Am 25 Juni 1893 fand die feierliche Eröffnung statt. Der Altbau der Hütte, wie er noch immer besteht stammt aus jener Zeit.

Auch heute, 110 Jahre später, ist die Hütte ein „uriger Bergsteigerstützpunkt geblieben, wie man ihn nur noch selten findet“, meint Hüttenwart Helmut Büchel. Er nennt sie ein „Kleinod unter den Alpenvereinshütten“. Man rückt in der engen Stube zusammen, Gespräche ergeben sich von selbst. Wirtin Maria Scheiber, bereits im neunten Jahr auf der Hütte, serviert ihren Gästen eine bodenständige einfache Küche. Es gibt Krautspatzen und gesottene Erdäpfel, Hüttenmarende (Brotzeit mit Tiroler Speck und Käs’) und vor allem die selbst gemachten „Kuacha“. Maria Scheiber schwört auf ihren Holzherd: „Das Essen schmeckt einfach ganz anders.“

Als eine der ersten drei Hütten wurde die Tannheimer Hütte 1996 mit dem Umweltgütesiegel es Deutschen Alpenvereins ausgezeichnet. Heute ist sie Treffpunkt von Kletterern und zünftigen Bergsteigern, darunter viel Stammpublikum.

Die Gäste packen mit an, um Getränke und Verpflegung von der Materialseilbahn des Gimpelhauses hinaufzutransportieren. Der „Rekord“, fotografisch dokumentiert, steht bei fünf Kästen Bier mit 98 Flaschen, die sich ein Bergsteiger auf den Rücken und vor die Brust schnallen ließ.

Zu den klassischen Kletterrouten sind in letzter Zeit „Base Climbs“ an der Roten Flüh, ein Klettergarten am Hochwiesler und neue Sportkletterrouten hinzugekommen, über die Maria Scheiber bereitwillig Auskunft gibt.

Tannheimer Hütte

Lageskizze Tannheimer Hütte

Kapazität: 22 Lager, 10 Notlager

Aufstieg: ab Nesselwängle eine Stunde; Bergstation Hahnenkammbahn, Reutte, etwa eine Stunde

Gipfel: Rote Flüh (2111 m) etwa eine Stunde, Gimpel (2176 m) etwas zwei Stunden, Köllenspitze (2240 m) zwei Stunden

Übergänge: Otto-Mayr-Hütte (rund drei Stunden), Bad Kissinger Hütte (rund fünf Stunden)

Geöffnet: Mitte Mai bis Ende Oktober

Telefon: 0043-676-5451700

Internet

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