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Porträt: Otto-Mayr-Hütte

Ein Fertigbauhaus für Bergsteiger

Die Otto-Mayr-Hütte im Ostallgäu war 1898 ein Messehit

 

Ein Ziel für Bergfreunde mit ganz unterschiedlichen Ambitionen ist die Otto-Mayer-Hütte auf 1520 Metern im Raintal bei Füssen. Ausgewiesene Klettergebiete und Klettergärten liegen in der Nähe, Gipfelstürmer kommen auf ihre Kosten und von der Umlaufbahn am Füssener Jöchle ist es nur ein Spaziergang bis zum Quartier des Deutschen Alpenvereins (DAV).

 

Die Otto-Mayr-Hütte hat eine ungewöhnliche Baugeschichte: 1898 wurde auf einer Münchner Ausstellung ein „Musterhaus für Bergsteiger“ aus Holz vorgestellt, damals ein Messehit. Justizrat Dr. Otto Mayr, Vorstand der Alpenvereinssektion Augsburg, war begeistert und griff zu. Die Sektion erwarb das Ausstellungsstück, lies es zerlegen und mit der Bahn nach Füssen befördern. In mühsamer Arbeit wurden die Einzelteile zum Standort im oberen Raintal transportiert zu zusammengebaut. Die erste Hütte in den Alpen aus Fertigbauteilen war errichtet. Ärger gab´s nachträglich mit dem Zoll. Die K. und K. Finanzbehörde verlangte eine saftige Abgabe, fast so viel wie das ganze Haus gekostet hatte.

 

Später wurde die Hütte mehrfach renoviert und saniert, die alte Bausubstanz blieb dabei im wesentlichen erhalten. Noch heute sieht die Unterkunft fast so aus, wie auf alten Großpostkarten aus dem Jahre 1902. Ihren Charakter als gemütliche Holzhütte wird sie auch nach der jetzt anstehenden Sanierung des Sanitärbereichs nicht verlieren, so Benno Hilf, Vorstand der DAV-Sektion Augsburg.

 

Walter Kerle, der die Hütte seit neun Jahren bewirtschaftet, biete seinen Gästen eine bodenständige Tiroler Küche, zum Beispiel Speckknödel, Schweinsbraten oder Wildgerichte – alles aus der heimischen Region. Die Mehrzahl der Gäste sind Bergwanderer. Tagesgäste wandern von der Bergstation der Umlaufbahn am Füssener Jöchle in etwas einer Stunde herüber. Aber auch ambitionierte Kletterer kommen durch die Nähe zum klassischen Klettergebiet am Gimpel und der Roten Flüh auf ihre Kosten. An der Gimpelnordseite wurde gerade erst in Hüttennähe ein neuer Klettergarten eingerichtet, mit mäßigen bis schweren Routen. Zusammen mit einem weiteren Klettergarten an der Lauferspitze und dem Friedberger Klettersteig am Schartschrofen eignet sich die Hütte für Ausbildung und Kletterkurse. Auch im Winter ist das Hüttengebiet mit der Schlicke (2059m) ein attraktives Skitourenziel.

Otto-Mayr-Hütte

Lageskizze Otto-Mayr-Hütte

Kapazität: 26 Betten, 60 Lager

Aufstieg: ab Musau zwei Stunden, ab Vils drei Stunden, ab Grän/Adlerhorst zwei Stunden.

Gipfel: Schlicke (eine Stunde), Gimpel und Rote Flüh (je zwei bis drei Stunden), Köllenspitze (drei Stunden)

übergänge: Gimpelhaus/Tannheimer Hütte (drei Stunden), Bad Kissinger Hütte (drei Stunden), Osteler Hütte (vier bis fünf Stunden)

Geöffnet: über Weihnachten und Ostern, eine Woche vor Pfingsten bis Ende Oktober

Hütten-Tel.: 0043-5677-8457

Internet

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