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Porträt: Prinz-Luitpold-Haus

Königliche Hoheit als Namensgeber

Das Prinz-Luitpold-Haus hat eine lange Tradition

 

Als hochalpiner Stützpunkt gilt unter Bergfreunden das stattliche, bereits 1880 erbeute Prinz-Luitpold-Haus (1846 Meter hoch). Das Unterkunftshaus der Alpenvereinssektion Allgäu-Immenstadt liegt auf einem Felsriegel über dem Bärgündeletal. Eingerahmt im Osten und Süden durch die Felswände von Fuchskarsspitze, Kreuzspitze und Wiedemer. Nach Westen hat der Bergsteiger freien Blick auf Salober, Daumen- und Nebelhorngruppe. Für viele Besucher ist das traditionsreiche Haus Ausgangspunkt einer Besteigung des Hochvogels (2592m).

 

Das Hüttenwirts-Paar Andrea und Frieder Gierer betreibt die Hütte seit 1995. Sie bieten ihren Gästen ganztägig warme Küche an, mit einer laut Gierer "soliden Hüttenkost": Schweinsbraten, Spaghetti, unter der Woche auch "Specials" wie Putengeschnetzeltes oder Holzfällersteak. Wegen der Busverbindung von Hinterstein zum Giebelhaus kommen viele Tagesgäste auf die Hütte. Die Mehrzahl der Besucher sind ambitionierte Bergwanderer, die von Hütte zu Hütte gehen und Allgäu-Durchquerungen in verschiedenen Varianten unternehmen. Auch Kletterer besuchen das Haus. An der Fuchskarspitze wurden die klassischen Kletterrouten saniert. In Hüttenähe wurden Klettergärten, an der Kreuzspitze ein kleiner Klettersteig eingerichtet. Beste Bedingungen für die Sommerlehrgänge der Allgäuer Bergwacht und die Kurse von Alpenverein und Bergschulen. Frieder Gierer, ausgebildeter Sozialpadagoge, veranstaltet Outdoor-Kurse für Führungskräfte. Im Winter dient eine separate "Dachhütte" als Winterraum. Das anspruchsvolle Gelände verlangt vom Skibergsteiger große Erfahrung und gute Verhältnisse.

 

Seine königliche Hoheit, Prinzregent Luitpold von Bayern, hatte den Bau der Hütte und der Wegeanlagen auf seinem Grund genehmigt und "huldvoll gestattet, dass das Haus auf allerhöchst dessen Namen getauft wurde", wie es bei der feierlichen Eröffnung im Juli 1881 hieß. Erst 1932 konnte die Sektion den Hüttengrund für 400 Mark von der königlichen Familie erwerben. Wegen der ständig steigenden Übernachtungszahlen wurde die Hütte mehrmals erweitert und umgebaut.

 

Nach und nach zog moderne Technik ein. Brandschutz- und Umweltauflagen mussten erfüllt werden. 1994 baute die Sektion eine biologische Abwasserreinigungsanlage für 700.000 Mark: Die teuerste Einzelbaumaßnahme ihrer Geschichte. "Unsere Klärwerte sind im Allgäu führend", berichtet Hüttenwirt Gierer stolz. Auch heute ist die Sanierung der alten Bausubstanz noch längst nicht abgeschlossen. "Wir werden Schritt für Schritt vorgehen und die Sektion nicht verschulden" sagt Sektionsvorstand Dieter Gerrens zu den hohen Baukosten, die noch zu erwarten sind.

Prinz-Luitpold-Haus

Lageskizze Prinz-Luitpold-Haus

Kapazität: 240 Lager, 20 Zimmerlager, 20 Notlager

Aufstieg: von der Materialseilbahn eineinhalb Stunden, vom Giebelhaus drei Stunden

Übergänge: Landsberger Hütte fünf bis sechs Stunden, Edmund-Probst-Haus fünf Stunden, Hinterhornbach fünf Stunden, Kemptner Hütte acht bis neun Stunden

Hauptgipfel: Fuchskarspitze zweieinhalb Stunden, Hochvogel zweieinhalb Stunden, Kreuzspitze wie Stunden, Wiedemer eine Stunde

Geöffnet: von Pfingsten bis Anfang Oktober

Tel.: 0171-6233417

Internet: www.prinz-luitpoldhaus.de

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