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Porträt: Kemptner Hütte |
| Vor dem Frühstück acht
Kuchen backen Auf der Kemptner Hütte sorgen in der Hauptsaison zwölf Mitarbeiter für das Wohl der Gäste
Drei Generationen der Hüttenwirtsfamilie Wagner/Braxmair sind an Wochenenden im Sommer auf der Kemptner Hütte zu Gange. Für Gabi Braxmair, die als Hüttenwirtin die Nachfolge ihres Vaters Ernst Wagner angetreten hat, ist die Schutzunterkunft am Mädelejoch eine zweite Heimat. Für Tausende von Wanderern ist die DAV-Hütte jedes Jahr Ausgangspunkt für Bergtouren und gemütlicher Einkehrtreff zugleich.
Erst kam der Weg zur Hütte, dann die Hütte selbst. 1888 gab die Alpenvereins-Sektion Allgäu-Kempten den Auftrag an die Rubinger Wegmacherfamilie Klein, den Weg durch den Sperrbachtobel zu bauen. Die Errichtung der Kemptner Hütte begann auf 1846 Metern Höhe am 1. Juni 1891, am 16. August wurde sie bereits eingeweiht. Die 7215 Mark teure Unterkunft bot auf 16 Matratzen- und zwei Heulagern rund 30 Bergsteigern Platz. Nach sechs Um- und Anbauten ist die Kemptner Hütte heute die zweitgrößte in der Region. Einige Veränderung hat auch Gabi Braxmair mitbekommen. Schließlich hat die 35-jährige seit ihrem vierten Lebensjahr immer wieder die Sommermonate unter dem Muttlerkopf verbracht. Vor drei Jahren hat Braxmair die Nachfolge ihres Vaters Ernst Wagner angetreten, der mit seiner Frau Elvi 28 Jahre lang dort oben Hüttenwirt war. Von Mitte Juli bis Mitte Oktober heißt es für Gabi und Martin Braxmair täglich um fünf Uhr früh aufstehen.
Schon bevor die ersten Bergsteiger zum Frühstück kommen, hat die Hüttenwirtin acht Kuchen gebacken. Fürs Kochen ist sie allein zuständig, nur bei den Vorbereitungen helfen ihr Angestellte. Zwölf Mitarbeiter sind in der Hauptsaison auf der Kemptner Hütte. Vier Bedienungen sorgen für das Wohl der Gäste - ein Komfort, den es auf keiner anderen DAV-Hütte im Allgäu gibt. Während des Sommers sind es für die Braxmairs "schon lange Tage", sagen die Hüttenwirte. Aber für eine solche Arbeit müsse "man halt geboren sein", sonst könne es nicht funktionieren. Gabi Braxmair ist schon seit ihrer Kindheit mit der Arbeit in der Alpenvereinsunterkunft vertraut, ihr Mann Martin macht seit zehn Jahren mit. Die beiden haben sich bei einer der vielen Bauarbeiten unterm Mädelejoch kennen gelernt - Martin Braxmair war damals als Maurer dort beschäftigt. Was die beiden trotz der harten Arbeit an "ihrer" Hütte so lieben: "Bei uns sitzt der Doktor neben dem Straßenkehrer und jeder, der hier oben einkehrt, hat vorher das gleiche geleistet." Eine Wirtschaft im Tal - für Familie Braxmair "unvorstellbar".
Zu den neueren Errungenschaften auf der Kemptner Hütte gehören das biologische Klärwerk, das 1990 gebaut wurde, die Solaranlage für Warmwasser und natürlich die neue Materialbahn, die die größte Erleichterung bei der täglichen Arbeit bedeutet. Denn die alte Bahn war einen Kilometer weit weg. Was allerdings immer noch nicht reibungslos funktioniert ist das Telefon. Das bereitet sowohl bei Lebensmittelbestellungen Probleme als auch in Situationen, in denen ein Handwerker gebraucht wird. Und die Gäste müssen ein Lager meist per Brief vorbestellen - am besten schon zehn Tage vor ihrer Ankunft. |
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Kapazität: 190 Lager und 100 Betten Aufstieg: von Spielmannsau rund zweieinhalb Stunden Gipfel: Krottenkopf (drei Stunden), Mädelegabel (drei Stunden), Muttlerkopf (eine Stunde) Fernwanderwege: Ausgangspunkt für Heilbronner Weg und Fernwanderweg E5; zum Prinz-Luitpold-Haus acht Stunden, zur Hermann-von-Barth-Hütte vier Stunden, zur Rappenseehütte sieben Stunden Lagerreservierung: schriftlich an Kemptner Hütte, 87561 Oberstdorf Geöffnet: Mitte Juni – Mitte Oktober Internet: |
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