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Grünten-Nordflanke (1.734 m)

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Autor:   Harald Conrad
Land: D
Gebirge: Allgäuer Alpen
Höhendifferenz: 1.796 m gesamt, davon ca.530 m zu Fuß
Gesamtdauer: 5:45 Stdn
Charakter: Eine Tour, die wohl wenige kennen! Auf Schleichwegen zum Grüntengipfel! Wer die Runde, wie beschrieben, in Oy startet sollte sich auf einen ausgefüllten und erfüllten Tag gefasst machen. Gemütliche Anfahrt durch das Voralpenland mit Überquerung der aussichtsreichen Elleghöhe und toller Abfahrt. Schweißtreibende Auffahrt zu den einsamen "Kalkhöf". Dort beginnt das eigentliche Abenteuer: auf einem alten Steig, bzw. dem was davon noch übrig ist, geht es zu Fuß durch die Nordflanke des Grünten hinauf zum Gipfel. In großem Bogen zurück zum Bike, mit immer wieder grandiosen Ausblicken auf die soeben durchquerte Steilflanke. Die Heimfahrt fordert noch mal heftigen Schweiß-Tribut. Der Weg zur Grünten-Hütte folgt ziemlich exakt der Falllinie. Die Abfahrt von dort, über den Wurzelsteig, lässt viele Bikerherzen höher schlagen. 

Ein Genuss für Orientierungsfreaks, Liebhaber einsamer Steige und Insider-Tipps!

Schwierigkeiten: Die Bikestrecken bieten in den Auffahrten keine Schwierigkeiten, abgesehen davon, dass sie teilweise ziemlich steil sind. Die Abfahrt von der Grüntenhütte ist zwar nicht steil, jedoch so mit Wurzeln übersät, dass schon gewisse Steuerkünste verlangt werden (und eine gute Federung ;-)). 
Die Hikestrecke von den Kalkhöf zum Gipfel ist sehr steil. Die Tour sollte nur nach mindestens 2 Sonnentagen gegangen werden, weil das lange Gras ansonsten sehr rutschig ist. Mit ein wenig Gespür für das Gelände ist die Linienführung des Steigs gut erahnbar. Der Abstieg ist einfach.

Warnung: Nur für Leute, die trittsicher im steilen Grasgelände sind und ein gutes Orientierungsvermögen haben!

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Bike Kondition       J  
  Fahrspaß     J    
  Technik       J  
Hike Kondition       J  
  Trittsicherheit       J  
  Orientierung         J
Landschaft/Aussicht         J  
Flora/Fauna         J   zum Seitenanfang
Talort: Oy-Mittelberg (930 m)
Anfahrt: Auf der A7 nach Oy-Mittelberg, im Ort zum Parkplatz des Kurhauses
Ausgangspunkt: Einfahrt zum Parkplatz des Kurhauses Oy, bei den Wegweisern
ÖNPV: Mit der Bahn fahrt Ihr über Kempten oder Pfronten direkt nach Oy. Vom Bahnhof durch den Ort bis zum Kurhaus sind es noch knappe 10 Minuten.
Jahreszeit: Frühsommer bis Herbst
Karte: 1:50.000 Topografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Blatt Kempten
Literatur: AV-Führer Allgäuer Alpen, Bergverlag Rother, Randzahl 2740ff
Kinder: ab 16 Jahre
Ausrüstung: zusätzlich zur Bikeausrüstung: Wanderschuhe und evtl. Teleskopstöcke und auf jeden Fall Beinlinge (lange Hosen)
Hütten: Alpe Kalkhöf (1.210m) bewirtschaftet. 
Alpe Kammeregg (1.150 m) Tel. + Fax 08327-1049 fast ganzjährig bewirtschaftet
Grüntenalm (1.477 m) Tel. 08321-3372 nur über die Saison bewirtschaftet, www.gruenten-huette.de
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Wasser: Bei den Kalkhöf und kurz danach. Beim Abstieg Richtung Kammeregg Alpe
Verkehrsamt: siehe Gemeindeverzeichnis (Touristikamt Oy, im Kurhaus, Tel. 08366-921950, Fax 921992)
Aufstieg: Für Eckart´s Verhältnisse recht früh (9 Uhr) starten wir beim Kurhaus, vorbei am neuen Fußballplatz. Und gleich wird´s schnuckelig: es geht entlang dem idyllischen Mühlbach. Die gemütliche Auffahrt durch den Wald der Elleghöhe bringt unsere Motoren auf die richtige Temperatur. Und sofort werden wir belohnt: das Bänkchen mit Kreuz auf dem Scheitelpunkt zwingt regelrecht zur Pause. Der Ausblick auf die Allgäuer, und speziell auf die heutige Tourenregion um den Grünten, ist einfach fantastisch. Eine erste kleine Brotzeit und etwas Fachsimpelei über Vor- und Nachteile von Digitalcameras gehören dazu. In leichtem Auf und Ab folgen wir dem Höhenrücken der "Elleg", genießen in gemütlicher Fahrt die Ausblicke Richtung Gipfel sowie Unterland und freuen uns schon auf ein erstes Abfahrts-Highlight: Buchenberg - Reichen.
Zwischen Rettenberg und Wagneritz erleben wir eine Zweitauflage der Idyll-Fahrt am Mühlbach: auch dieses Bächlein fließt noch lieblich geschwungen durch den Tobel. In Wagneritz setzen wir eine taktische Brotzeitpause. 

Exkurs: Es gibt 2 Anekdoten zum kleinen Weiler Wagneritz zu erzählen. Zum einen gab es vor Jahren ein Milchpipeline von einer der Almen direkt in die Sennerei im Ort. Dort warteten meist schon die Touristen bis die Milch zu einer festen Uhrzeit ins Tal schoss und zapfen frisch aus der Leitung ihren Stärkungsdrink, fast noch Kuhwarm.
Zum anderen gab es eine alte Tradition bei der das Recht versteigert wurde, auf den Steilwiesen unterhalb des Grüntengipfels (also dort, wo Ihr aufsteigt) Heu zu machen. Wenn Ihr auf der Wiese unterwegs seid, fragt Ihr Euch wahrscheinlich so wie ich, wie man dafür auch noch was zahlen kann !

Die Auffahrt zu den Kalkhöf erfordert aufgefüllte Speicher . Man glaubt es kaum, wozu Bergbauern und Lawinenschutzbauer fähig sind, wenn sie nicht alle Materialien auf dem Rücken oder Muli nach oben transportieren wollen!
Übrigens: bis jetzt haben wir weder Biker noch Hiker getroffen, und das an einem Wochentags-Feiertag mit strahlend blauem Himmel! Und zudem an einem der beliebtesten Aussichtsgipfel der Region.
Bei den Kalkhöf ziehen wir unsere Bergschuhe an. Eckart glaubt noch immer nicht, dass wir sie wirklich brauchen. Wo er doch mit seinen Klicki-Schuhen und dem Bike auf der Schulter schon 2-er-Kletterstellen bewältigt hat. "Nur aus Solidarität" hat er die schweren Schuhe ebenfalls eingepackt. Gleich hinter der Hütte beginnt der Steig, zuerst noch geschottert, bald jedoch sehr schmal und schwierig. Mit jedem Schritt steigt Eckart´s Dankbarkeit, die richtigen Schuhe anzuhaben. Die Übersteigung der beiden Wildschutzzaunleitern entzückt ihn noch richtig. Als wir dann aber in die Grasflanke einsteigen, gesteht er , dass er solche Wege hasst. Er trägt´s jedoch mit Fassung und kann sich hin und wieder meiner Begeisterung über die grandiose Linienführung des Steigs, die tollen Tief- und Hochblicke und die absolute Einsamkeit anschließen. Bald treffen wir auf den Normalweg zum Gipfel und sofort ist es mit Letzterem vorbei. 
Wir schnappen uns das gerade freigewordene Bänkchen am Denkmal, halten einen Schwatz mit unserem Dorfdoktor, und lassen uns die Sonne auf die Schenkel brennen.

Abstieg: Der Tag ist schon weiter fortgeschritten, als im Vorfeld geschätzt, wir machen uns also bald an den Abstieg. Zuerst Richtung Grünten-Hütte, dann Richtung Kammeregg-Alpe. Auf diesem Wegabschnitt sind die Einblicke in die Flanke wirklich beeindruckend. Die Querung zurück zu den Kalkhöf hält eine nette Überraschung für uns bereit. Nach einem Hangrutsch müssen wir zwar lediglich 3 Meter durch den Morast waten. Der ist aber so lehmig, dass es etwas schwierig ist, ohne größere Verunreinigungen am Schuhwerk darüber zu balancieren. Wir beschließen für den Rückweg mit dem Bike die Bergschuhe erst mal anzulassen.
Die kurze Abfahrt von den Kalkhöf bis zu dieser Stelle ist schnell erledigt. Was dann kommt, ist für mich wenig lecker. Eckhart mogelt sich noch sauber über den Hangrutsch. Die Belastung durch mich und mein Bike halten seine Trittspuren aber nicht aus - ich sumpfe voll ab.

Der Weiterweg entschädigt jedoch. Auf dem schönen Weglein macht es uns gar nichts aus, dass wir das Bike schieben müssen. Weit ist es ja auch nicht. Sobald wir die Weide bei der Kammereggalpe erreicht haben, ziehen wir wieder unsere Bikeschuhe an und dann nichts wie drauf auf den Hobel. Abfahrt über die Wiese bis zur Strasse. Dann steilst bergauf, meist in der Nähe der Falllinie bis zur Grünten-Hütte. Ich krieg zuerst Seitenstechen und dann den Hungerast.  Hätte sich Eckart nicht am Ende der Steigung in Position gebracht, die letzten Meter meines Aufstiegs zu beobachten, ich hätte wohl gekniffen und die letzten Meter (die sonst ja echt kein Problem sind) geschoben. Nach ausgiebiger Rast mit Riesen-Käsekuchen packen wir die Abfahrt an.
Der Wurzelsteig im Wald macht echt Laune. Eckart ist mal wieder der Trial-Crack und muss nicht aus dem Sattel. In rascher Fahrt passieren wir ein paar Almen, düsen an der Metzeberg-Alpe vorbei und nehmen mit viel Schwung den Uferweg des Grüntensees. Nach einem langen Tag, fällt der gemeinsame Kaffeeklatsch leider aus - es ist schon Zeit für´s Abendessen.

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Wegweiser-Tableau mit Kurzbeschreibung: Tourenkurzbeschreibung zum Ausdrucken !!
Höhenprofil:

Höhenprofil Grünten-Nord

Alle Angaben dieser Tour sind mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird hiermit nicht gegeben; eine Haftung für die Inhalte ausgeschlossen. Die Verwendung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko.

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Reuterwanne Alpspitze Reuterwanne/Grüntensee Wertacher Hörnle
Edelsberg/Fichtlhütte